Mit neuem Boot zur Deutschen Meisterschaft

Marko Schäfer will bei den Deutschen Meisterschaften im kommenden Jahr die Farben des Segelvereins Herdecke repräsentieren.

Segeln ist ein erstaunlich vielfältiger Sport. Die einen schippern nach Feierabend noch ein Stündchen auf dem Harkortsee, andere überqueren in ihrem Kajütboot Nord- oder Ostsee und trotzen dabei Stürmen und Seegang, und es gibt jene, die im Segeln auch den reinen Sport sehen – wie Marko Schäfer.
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Der Regattasegler des Segelvereins Herdecke bereitet sich derzeit intensiv auf die Deutschen Meisterschaften im kommenden Jahr vor. Während die Temperaturen allmählich in den Keller gehen, will er noch in diesem Jahr die Qualifikation schaffen. Dazu geht es an diesem Wochenende auf den Dümmersee. Bei der Dümmer-Regatta will Schäfer möglichst gut abschneiden, ebenso wie bei der nächsten Regatta in zwei Wochen auf dem Lippesee, wo er letztlich die Qualifikation in trockene Tücher bringen will. Die Titelkämpfe finden dann im nächsten Jahr im Spätsommer auf dem Dümmersee statt.

Regattatauglich gekauft
Der Herdecker hat sich grad erst einen neuen Conger (verbreitete Segelboot-Klasse) gekauft. „Baujahr 2012“, sagt er voller Stolz. Das rund 250 kg schwere Segelboot hatte er regattatauglich gekauft. „Trotzdem arbeite ich seit fünf Tagen daran“, meinte Schäfer. Hier und da muss etwas optimiert werden. Die Genua-Rolle wird verändert, die Fock muss richtig sitzen – alles Kleinigkeiten, die sich am Ende auf dem Wasser aber bemerkbar machen, wenn man hoch an den Wind muss. Der Segler tauscht mit dem neuen Conger seinen alten (Baujahr 76) aus. Große Unterschiede kann man auf den ersten Blick nicht erkennen. Klar, das neue Modell glänzt, wirkt neuer, aber technisch gesehen gibt es nur geringfügige Neuerungen, wie etwa einen serienmäßigen Kompass und größere Sitzflächen. Schäfer kümmert sich derzeit um die anderen Anbauteile.

Mit seinen 2,02 Metern kommt er im Conger gut klar. „Ich hab meinen Segelschein 1992 gemacht. Damals, in der Yachtschule Kemnade hatte ich aber schon mit Booten zu tun, in denen ich mich bei einer Wende hinlegen musste. Beim Conger ist der Baum so hoch angebracht, dass ich bequem sitzen bleiben kann.“

Harkortsee ein gutes Revier
Viel knapper bemessen ist allerdings der Transport seines Bootes. Sein Renault Twingo darf gerade einmal 375 kg ungebremst ziehen. Dafür muss er das Boot schon komplett leerräumen, um das Gewicht samt Anhänger zu erreichen – nicht einfach, aber es klappt. Und der Kofferraum des Kleinwagens ist gerade so groß, dass er Schwert, Seile und Werkzeuge fassen kann. Für viel Gepäck bleibt da kein Platz.

Schäfer hat sich dran gewöhnt, schätzt den einfachen, günstigen Weg. Segeln mag zwar nicht grundsätzlich der elitäre Sport sein, als der es oftmals hingestellt wird, doch es gibt günstigere Hobbys. In Herdecke bietet der Harkortsee ein gutes Revier, und das ist auch der Grund, warum sich Schäfer für das Segeln entschieden hat. Angefangen hat nämlich alles mit dem Motorboot. „Wir haben früher an einem Wochenende 30 bis 40 Liter Sprit verbraucht, um Wasserski zu fahren. Mit einem 100 PS-Innenborder hat das natürlich Spaß gemacht. Nachdem unsere Familie das Boot abgeschafft hatte, musste ich mich selber entscheiden. Die nächsten Motorbootreviere sind mindestens 200 km weit weg, etwa in Holland. Das ist mir zu weit“, betont der Segler.

Im Segelverein Herdecke findet er da beste Bedingungen vor. Ein eigenes Vereinsgelände mit Hafenbecken ermöglicht erschwingliche Jahresbeiträge, bietet ausreichend Stellplätze für die Boote, und auch das Gesellige kommt hier nicht zu kurz. Es gibt Wanderfahrten, Feste und Veranstaltungen, wie An- und Absegeln, wie jetzt am 24. Oktober, werden.